Landesweite Analyse: So unterschiedlich profitieren deutsche Haushalte durch Smart Meter von reduzierten Netzentgelten
- Smart-Metering-Unternehmen metrify analysiert regionale Unterschiede der jährlichen Netzentgeltreduzierung für Haushalte mit steuerbaren Verbrauchern wie Wärmepumpe, Stromspeicher und Wallbox
- Großstädte: Höchste Ersparnis in Stuttgart, Hamburg und Essen – deutlich weniger in Köln und Leipzig
- Zwischen höchster und niedrigster Entgeltreduzierung liegen fast 90 Euro Differenz
Berlin, 18. März 2026 – Wie stark Haushalte in Deutschland von reduzierten Netzentgelten auf ihrer Stromrechnung profitieren, hängt maßgeblich vom Wohnort ab. Das zeigt eine Analyse des Smart-Metering-Unternehmens metrify. Untersucht und verglichen wurde die jährliche Netzentgeltreduzierung in mehr als 10.000 Städten und Gemeinden für Haushalte mit steuerbaren Verbrauchseinheiten wie Wärmepumpen, Stromspeichern oder Wallboxen. Dabei zeigt sich: Während die Entlastung im hessischen Igelsbach mit fast 180 Euro/Jahr deutschlandweit am höchsten ausfällt, liegt die niedrigste Reduzierung um 88,35 Euro darunter.
Wenn das Stromnetz an seine Grenzen kommt, dürfen Netzbetreiber steuerbare Geräte wie Wärmepumpen, Stromspeicher oder Wallboxen kurzfristig drosseln. Das funktioniert über den Smart Meter und ist wichtig, um die Überlastung des Netzes zu vermeiden und dieses stabil zu halten. Im Gegenzug profitieren diese Haushalte dann aber von reduzierten Netzentgelten, also niedrigeren Gebühren für die Nutzung der Stromnetze.
Die Analyse von metrify zeigt klar: Haushalte in bestimmten Regionen profitieren deutlich mehr von den bundesweiten Entlastungen, während andere Regionen nur wenig davon abbekommen. Die Höhe der Netzentgeltreduzierung folgt dabei einer einfachen Systematik: Netzbetreiber berechnen eine pauschale jährliche Entlastung auf Basis ihrer regionalen Netzentgelte und typischer Verbrauchswerte steuerbarer Geräte wie Wärmepumpen oder Wallboxen. Da die Kosten für Betrieb und Ausbau der Stromnetze je nach Region unterschiedlich sind, fallen auch die zugrunde liegenden Netzentgelte verschieden hoch aus. Auf dieser Basis wird eine standardisierte Entlastung festgelegt, die Haushalte für ihre Bereitschaft zur flexiblen Steuerung erhalten. Je höher also die Netzentgelte in einer Region sind, desto größer ist in der Regel auch die mögliche Reduzierung.
„Die Netzentgeltreduzierung ist mehr als nur ein finanzieller Anreiz. Sie regt dazu an, dass sich Haushalte für einen Smart Meter entscheiden. Diese sind unabdinglich für ein flexibles, resilientes und zukunftsfähiges Energiesystem. Wer heute einen Smart Meter installiert, trägt aktiv zur Stabilisierung der Netze bei und ermöglicht die intelligente Integration erneuerbarer Energien ins Gesamtsystem. Der Smart-Meter-Rollout in Deutschland kommt zwar zunehmend in Gang, ist aber noch nicht flächendeckend umgesetzt und viele Verbraucher kennen die Vorteile der Netzentgeltreduzierung heute noch gar nicht richtig. Mit dem weiteren Ausbau wird sich dieses Bild zunehmend verändern.“ , sagt Dr. Wim Drożak, Geschäftsführer von metrify, einer Tochtergesellschaft des New-Energy-Unternehmens Enpal und größter wettbewerblicher Messstellenbetreiber im Bereich Smart Meter.
Stuttgart liegt bei den Großstädten vorn, Köln abgeschlagen
Unter den 20 einwohnerstärksten Städten in Deutschland sparen Verbraucher in Stuttgart mit 143,43 Euro jährlich am meisten. Auf Platz zwei und drei folgen Hamburg mit einer Netzentgeltreduzierung von 139,73 Euro im Jahr sowie Essen mit 137,26 Euro/Jahr. Am wenigsten profitieren dagegen Haushalte in Köln: Sie zahlen durchschnittlich 95,58 Euro weniger pro Jahr. Auch Leipzig liegt mit einer jährlichen Reduzierung von 99,83 Euro noch deutlich unter dem Durchschnitt von 119,24 Euro in den 20 größten Städten. Deutlich näher kommen diesem etwa Berlin mit 123,10 Euro/Jahr und München mit 115,56 Euro/Jahr.
Differenz für Netzentgelte liegt deutschlandweit bei fast 90 Euro
Der Blick auf die mehr als 10.600 analysierten Städte und Gemeinden zeigt starke Unterschiede in der jährlichen Ersparnis. Angeführt wird die Liste vom hessischen Igelsbach. In der Gemeinde im Rhein-Neckar-Kreis dürfen sich die Einwohner über eine potenzielle Entgeltreduzierung von 179,58 Euro/Jahr freuen. Die nächsthöhere Ersparnis gibt es mit 169,23 Euro/Jahr in Bad Herrenalb in Baden-Württemberg.
Am anderen Ende der Rangliste landen mehr als 280 Gemeinden in Niedersachsen, in denen die jährliche Entgeltreduzierung bei 91,23 Euro liegt. Daraus ergibt sich eine Differenz von 88,35 Euro zwischen der höchsten und der niedrigsten Netzentgeltreduzierung. Der bundesweite Durchschnitt unter allen untersuchten Städten liegt bei 116,61 Euro.
Geringste Netzentgelt-Reduktion in Bayern
Hochgerechnet auf die Bundesländer führt Hamburg (139,26 Euro/Jahr) die Liste mit der höchsten Netzentgeltreduzierung an. Es folgen Rheinland-Pfalz (128,84 Euro/Jahr), Baden-Württemberg (123,86 Euro/Jahr) und Berlin (123,10 Euro/Jahr). Am wenigsten sparen dagegen im Durchschnitt die Bayern. Hier können Verbraucher jährlich mit 106,80 Euro Entlastung rechnen. Auch in Mecklenburg-Vorpommern (107,39 Euro/Jahr), in Bremen (108,44 Euro/Jahr) und in Niedersachsen (109,58 Euro/Jahr) gibt es nur geringfügig mehr für eine mögliche Drosselung der Leistung.
Alle Ergebnisse des Vergleichs können Sie hier einsehen:
https://www.metrify.de/netzentgelte#info
Über die Untersuchung
Im Rahmen der Untersuchung wurde die jährliche Netzentgeltreduzierung in 10.679 Städten und Gemeinden in Deutschland analysiert und verglichen. Die Durchschnittswerte für die Bundesländer wurden auf Basis der Werte für alle analysierten Städte errechnet. Im Fall von Hamburg unterscheiden sich die Durchschnittswerte zwischen Stadt und Bundesland geringfügig, da im Rahmen der Berechnung des Bundeslands die Werte auf der Insel Neuwerk berücksichtigt wurden.
Bei den Netzentgeltreduzierungen wird grundsätzlich zwischen zwei Modellen unterschieden: Modul 1 und Modul 3. Modul 1 steht für eine pauschale, jährlich festgelegte Entlastung, die unabhängig vom tatsächlichen Verbrauch gewährt wird. Modul 3 hingegen beschreibt ein variables Modell mit zeitabhängigen Netzentgelten, bei dem sich die Entlastung am tatsächlichen Stromverbrauch und dessen zeitlicher Verlagerung orientiert. Beide Ansätze verfolgen dasselbe Ziel, setzen aber auf unterschiedliche Mechanismen.
Über metrify smart metering GmbH
Die metrify smart metering GmbH ist ein deutschlandweit tätiger wettbewerblicher Messstellenbetreiber mit Sitz in Berlin. Das Unternehmen bietet einen vollständig digitalisierten Messstellenbetrieb inklusive Installation intelligenter Messsysteme, automatisierter Marktkommunikation und Abrechnung. metrify versteht Smart Metering als zentrale Infrastruktur für flexible, steuerbare und nachhaltige Energiesysteme.
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