Hochspannung leicht erklärt: Deshalb ist sie wichtig
Hochspannung: Das Wichtigste in Kürze
- Hochspannung beginnt laut internationaler Norm ab 1.000 Volt Wechselspannung oder 1.500 Volt Gleichspannung.
- In Deutschland ist mit Hochspannung meist das 110-kV-Netz gemeint, das Strom regional verteilt.
- Das Stromnetz nutzt vier Spannungsebenen: Niederspannung, Mittelspannung, Hochspannung und Höchstspannung.
- Im Alltag begegnet Hochspannung zum Beispiel an Strommasten, Umspannwerken und Bahnoberleitungen.
Was ist Hochspannung?
Hochspannung bezeichnet elektrische Spannung oberhalb von 1.000 Volt Wechselspannung oder 1.500 Volt Gleichspannung. In Deutschland wird der Begriff allerdings konkreter verwendet: Hochspannung meint hier typischerweise das 110-kV-Netz, also Leitungen mit 110.000 Volt.
Der Unterschied zur Haushaltssteckdose ist enorm. Dort liegen 230 Volt an, also weniger als ein Prozent der Spannung einer Hochspannungsleitung. Zwischen Niederspannung und Hochspannung liegt noch die Mittelspannung mit 1 bis 30 kV, die etwa in Stadtvierteln und Gewerbegebieten zum Einsatz kommt.
Eine weitere Stufe bildet die Höchstspannung mit 220 bis 380 kV. Sie transportiert Strom über Hunderte Kilometer quer durch Deutschland und Europa. Hochspannung mit 110 kV übernimmt dann die regionale Verteilung, bevor der Strom über Spannungsebenen der Mittel- und Niederspannung bis zur Steckdose gelangt.
Wo begegnet mir Hochspannung im Alltag?
Hochspannung begegnet Hausbesitzern in Deutschland selten direkt, aber sie ist im Alltag fast immer “in der Nähe” sichtbar. Wenn man zum Beispiel an größeren Straßen, am Stadtrand oder außerhalb von Wohngebieten fährt, fallen häufig die Hochspannungsmasten und die Umspannwerke auf. Genau hier wird die Spannung umgestellt oder weitergeleitet, damit der Strom auf dem richtigen Weg bleibt.
Typische Orte, an denen man Hochspannung erkennen kann, sind:
- Hochspannungsmasten mit großen Abständen der Leiter. Das sind meist die Trassen, die zwischen Umspannwerken Strom weitertransportieren.
- Umspannwerke, die wie technische Knotenpunkte wirken. Dort findet das Zusammenspiel aus Schalten, Umformen und Verknüpfen statt.
- In manchen Regionen auch Bahnoberleitungen, allerdings handelt es sich dabei meist um eigene Bahnstrom-Infrastrukturen und nicht um “das Netz für den Haushalt” im engeren Sinne.
Warum brauchen wir überhaupt Hochspannung?
Hochspannung wird benötigt, um elektrische Energie über längere Strecken möglichst verlustarm zu transportieren. Das Grundprinzip ist simpel:
- Wenn Strom über ein Kabel oder eine Leitung fließt, entstehen Verluste, weil ein Teil der Energie im Leiter in Wärme “verloren” geht.
- Bei Leitungen mit hoher Spannung geht weniger Strom verloren.
- Dadurch kann Strom über weite Strecken befördert werden.
Wer betreibt das Hochspannungsnetz in Deutschland?
In Deutschland wird das Hoch- und Höchstspannungsnetz von sogenannten Übertragungsnetzbetreibern betrieben. Diese sind dafür zuständig, dass Strom über weite Strecken zuverlässig transportiert wird und jederzeit genügend Leistung verfügbar ist. Die vier großen Übertragungsnetzbetreiber sind:
- 50Hertz
- Amprion
- TenneT
- TransnetBW
Sie betreiben in ihren jeweiligen Regelzonen das Netz, planen Betrieb und Netzausbau und koordinieren den sicheren Betrieb.
Wie können Haushalte helfen, das Stromnetz stabil zu halten?
Mit einem Smart Meter helfen Haushalte, dass der Netzbetreiber höchstmögliche Transparenz über den Zustand des Stromnetzes hat. Denn dieser intelligente Stromzähler misst die Stromflüsse alle 15 Minuten und übertragt die Daten direkt an den Netzbetreiber.
Haushalte, die mitmachen und zum Beispiel ihre Wärmepumpe steuerbar machen, profitieren im Gegenzug von reduzierten Netzentgelten nach § 14a EnWG. Grundlage dafür ist ein Smart Meter.
Hier können Sie ein Smart Meter für Ihr Zuhause anfragen:
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