Smart Meter auslesen: So geht’s Schritt-für-Schritt

Aktualisiert am:
11.02.2026
Lesezeit:
4 Minuten

Wer weniger für Strom zahlen will, muss erst einmal wissen, wann wie viel davon verbraucht wird. Genau das leistet ein Smart Meter. Es erfasst den Stromverbrauch in kurzen Intervallen und macht Verbrauchsmuster sichtbar, die auf der Jahresabrechnung untergehen. Dieser Artikel zeigt Schritt-für-Schritt, wie sich ein Smart Meter auslesen lässt, welche Wege es gibt und welche Daten dabei wirklich herauskommen.

Wie lässt sich ein Smart Meter auslesen?

Ein Smart Meter lässt sich auf drei Wegen auslesen:

  1. Direkt am Display des Zählers
  2. Über das Online-Portal oder die App des Messstellenbetreibers
  3. Über die HAN-Schnittstelle mit zusätzlicher Hardware

Welcher Weg der richtige ist, hängt davon ab, wie detailliert die Daten sein sollen und wie viel technischen Aufwand man betreiben möchte.

Wie funktioniert das Auslesen am Display?

Am Display lassen sich die aktuellen Zählerstände ohne Hilfsmittel ablesen. Jeder digitale Zähler, ob moderne Messeinrichtung oder intelligentes Messsystem, hat eine Taste oder ein automatisch wechselndes Display. Damit lassen sich verschiedene Werte durchschalten.

So funktioniert es Schritt-für-Schritt:

  1. Den Zähler im Keller oder Hausanschlussraum aufsuchen.
  2. Die Taste am Zähler drücken (meist mit einem kleinen Pfeil oder einem Punkt markiert).
  3. Bei jedem Tastendruck wechselt die Anzeige zum nächsten Wert.
  4. Den Wert 1.8.0 suchen. Das ist der Bezugszählerstand, also die gesamte Strommenge, die aus dem Netz bezogen wurde.
  5. Den Wert 2.8.0 suchen. Das ist der Einspeisezählerstand, relevant für alle mit Photovoltaikanlage.
  6. Optional: Weitere Werte wie die aktuelle Leistung in Watt oder Tagesverbrauchswerte durchschalten.

Wie funktioniert das Auslesen per App oder Kundenportal?

Über das Online-Portal oder die App des Messstellenbetreibers lassen sich die Verbrauchsdaten bequem am Smartphone oder Computer einsehen. So funktioniert die Einrichtung:

  1. Herausfinden, welcher Messstellenbetreiber zuständig ist. Diese Information steht auf der Stromrechnung oder auf dem Zähler selbst.
  2. Die Website oder App des Messstellenbetreibers aufrufen.
  3. Mit der Zählernummer und den persönlichen Daten registrieren. Die Zählernummer steht auf dem Zähler im Keller.
  4. Nach der Registrierung die Freischaltung abwarten. Das kann je nach Anbieter wenige Minuten bis einige Tage dauern.
  5. Nach der Freischaltung einloggen. Im Portal sind die Verbrauchsdaten in 15-Minuten-Intervallen sichtbar, meist als Balkendiagramm oder Tabelle.

Die meisten Portale zeigen den Stromverbrauch nach Tag, Woche und Monat aufgeschlüsselt. So lässt sich schnell erkennen, wann besonders viel Strom verbraucht wird. Wer eine Photovoltaikanlage betreibt, sieht hier in der Regel auch die eingespeiste Strommenge.

Wie funktioniert das Auslesen über die HAN-Schnittstelle oder per WLAN?

Über die HAN-Schnittstelle (Home Area Network) lassen sich die Verbrauchsdaten in Echtzeit an ein eigenes System übertragen. Das ist der detaillierteste Ausleseweg mit Datenintervallen von bis zu 2 Sekunden. Dieser Weg richtet sich an Nutzer, die ihre Daten in ein Smart-Home-System, einen Energiemanager oder eine eigene Auswertung einbinden möchten.

Dafür wird zusätzliche Hardware benötigt, typischerweise ein optischer Lesekopf (IR-Schreib-Lesekopf), ein P1-Adapter oder ein WLAN-fähiges Auslesemodul.

So funktioniert die Einrichtung:

  1. Freischaltung beantragen: Beim Messstellenbetreiber die HAN-Schnittstelle freischalten lassen. Dafür genügt in der Regel eine formlose E-Mail oder ein Anruf. Der Messstellenbetreiber vergibt eine PIN, die für den Zugriff auf die Schnittstelle benötigt wird.
  2. Hardware besorgen: Einen kompatiblen Lesekopf oder ein WLAN-Modul kaufen. Vor dem Kauf prüfen, ob das Gerät zum eigenen Zählertyp passt. Die Hersteller geben die Kompatibilität in der Regel auf der Produktseite an.
  3. Hardware anbringen: Den Lesekopf auf die optische Schnittstelle des Zählers setzen. Er wird magnetisch gehalten und lässt sich ohne Werkzeug befestigen.
  4. Verbindung herstellen: Das Gerät per WLAN mit dem Heimnetzwerk verbinden. Die Einrichtung erfolgt über eine App oder ein Webinterface des jeweiligen Herstellers.
  5. PIN eingeben: Die vom Messstellenbetreiber erhaltene PIN im Gerät hinterlegen. Erst danach werden die verschlüsselten Daten des Gateways freigegeben.
  6. Auswertung starten: Die Daten fließen nun in Echtzeit in die gewählte Software.

Darf man seinen Smart Meter selbst auslesen?

Ja, das Auslesen des eigenen Smart Meters ist grundsätzlich erlaubt. Allerdings hängt der Zugangsweg davon ab, welche Methode genutzt wird. Nicht jeder Ausleseweg steht automatisch offen.

Die folgende Übersicht zeigt, was ohne Weiteres möglich ist und wofür eine Freischaltung nötig wird:

Smart Meter auslesen: Was ist erlaubt?
Ausleseweg Erlaubt ohne Genehmigung? Was ist zu tun?
Display am Zähler Ja Einfach die Taste am Zähler drücken und Werte ablesen.
App / Kundenportal Ja Beim Messstellenbetreiber registrieren. Die Daten stehen nach Freischaltung des Kontos bereit.
HAN-Schnittstelle Nur nach Freischaltung Beim Messstellenbetreiber schriftlich oder telefonisch die Freischaltung der HAN-Schnittstelle beantragen. Man erhält eine PIN für den Zugriff.

Wie häufig liefert ein Smart Meter Daten?

Ein Smart Meter liefert Verbrauchsdaten standardmäßig in 15-Minuten-Intervallen an den Messstellenbetreiber.

Der Unterschied zu alten Stromzählern ist erheblich. Tageswerte zeigen lediglich, ob gestern mehr oder weniger Strom verbraucht wurde als vorgestern. 15-Minuten-Werte machen dagegen sichtbar, dass der Verbrauch jeden Morgen um 7:15 Uhr sprunghaft ansteigt, weil Wasserkocher, Durchlauferhitzer und Herd gleichzeitig laufen.

Für die meisten Haushalte reichen die 15-Minuten-Werte aus dem Kundenportal völlig aus. Sie liefern genug Details, um den Stromverbrauch gezielt zu optimieren.

Warum wird das Smart Meter gerade jetzt so wichtig?

Das Smart Meter wird gerade jetzt so wichtig, weil drei Entwicklungen gleichzeitig zusammenlaufen: 

  1. Smart-Meter-Rollout: Bis 2032 müssen alle Pflichteinbaufälle in Deutschland mit einem intelligenten Messsystem ausgestattet sein.
  2. § 14a EnWG: Seit 2024 können Haushalte mit Wärmepumpe, Wallbox oder Stromspeicher von reduzierten Netzentgelten profitieren, wenn sie dem Netzbetreiber erlauben, diese Geräte bei Netzengpässen kurzzeitig zu dimmen. Voraussetzung dafür ist ein Smart Meter.
  3. Dynamische Stromtarife: Seit 2025 sind Stromlieferanten verpflichtet, mindestens einen dynamischen Tarif anzubieten. Bei diesen Tarifen orientiert sich der Strompreis am Börsenwert und wechselt stündlich. Um diese Tarife nutzen zu können, brauchen Haushalte ein Smart Meter.

Zusammen machen sie das Smart Meter zur Voraussetzung, um künftig vom jeweils günstigsten Strom zu profitieren.

Gut zu wissen: Wer nicht auf den grundzuständigen Messstellenbetreiber warten möchte, kann jederzeit zu einem wettbewerblichen Messstellenbetreiber wechseln. metrify ist Marktführer unter den wettbewerblichen Messstellenbetreibern in Deutschland und installiert Smart Meter innerhalb von 6 Wochen. Die Anfrage läuft über ein kurzes Online-Formular und dauert weniger als 2 Minuten.

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