Smart-Meter-Gateway: Alles, was Sie wissen müssen
Smart-Meter-Gateway: Das Wichtigste in Kürze
- Das Smart-Meter-Gateway ist die Kommunikationseinheit eines intelligenten Messsystems und überträgt Verbrauchsdaten verschlüsselt an berechtigte Stellen wie den Messstellenbetreiber oder Netzbetreiber.
- Die Einbaupflicht gilt für Haushalte mit über 6.000 kWh Jahresverbrauch, Photovoltaikanlagen ab 7 kWp sowie steuerbare Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen ab 4,2 kW.
- Die jährlichen Kosten liegen bei Pflichteinbau zwischen 20 € und 50 €, bei freiwilligem Einbau bei rund 100 € pro Jahr.
- Der Messstellenbetreiber ist für Einbau, Betrieb und Wartung zuständig. Hausbesitzer können zwischen dem grundzuständigen Messstellenbetreiber (gMSB) und einem wettbewerblichen Anbieter (wMSB) wie metrify wählen.
- Alle Smart Meter Gateways müssen vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert sein und erfüllen strenge Datenschutzanforderungen.
Wer sich aktuell mit Stromzählern beschäftigt, stößt früher oder später auf den Begriff Smart-Meter-Gateway. Doch was genau steckt dahinter? Dieser Artikel beantwortet die wichtigsten Fragen rund um das Smart-Meter-Gateway, erklärt die Unterschiede zum digitalen Zähler und zeigt, welchen konkreten Nutzen Hausbesitzer davon haben.
Was ist ein Smart-Meter-Gateway und wie funktioniert es?
Das Smart-Meter-Gateway ist die zentrale Kommunikationseinheit eines Smart Meters, die Verbrauchsdaten empfängt, speichert und verschlüsselt an berechtigte Stellen überträgt. Es bildet die Schnittstelle zwischen dem digitalen Stromzähler im Haus und externen Akteuren wie dem Messstellenbetreiber, dem Netzbetreiber oder dem Stromversorger.
Das Gateway erfasst den Stromverbrauch in 15-Minuten-Intervallen und ermöglicht so eine deutlich genauere Verbrauchsanalyse als herkömmliche Zähler. Die Datenübertragung erfolgt über drei getrennte Kommunikationswege:
- WAN (Wide Area Network): Verbindung zu externen Marktteilnehmern wie Messstellenbetreiber und Netzbetreiber
- LMN (Local Metrological Network): Verbindung zu den Zählern im Haus (Strom, Gas, Wasser, Wärme)
- HAN/CLS (Home Area Network / Controllable Local Systems): Verbindung zu steuerbaren Geräten wie Wärmepumpe, Wallbox oder Smart-Home-Systemen
Das Gateway verfügt über ein integriertes Sicherheitsmodul, das alle Daten verschlüsselt und vor unbefugtem Zugriff schützt. Jedes in Deutschland eingesetzte Smart-Meter-Gateway muss vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert sein. Mehr dazu weiter unten.
Worin unterscheiden sich Smart Meter, digitaler Zähler und Gateway?
Der Unterschied liegt in der Kommunikationsfähigkeit: Ein digitaler Zähler misst den Stromverbrauch elektronisch, kann die Daten aber nicht übertragen. Erst das Smart-Meter-Gateway macht daraus ein intelligentes Messsystem, das Daten senden und empfangen kann.
Ein Smart Meter besteht also immer aus zwei Komponenten: dem digitalen Zähler und dem Smart-Meter-Gateway. Ohne Gateway bleibt der digitale Zähler eine moderne Messeinrichtung, die zwar genauer misst als ein analoger Zähler, aber keine Daten übermitteln kann.
Wer braucht ein Smart-Meter-Gateway – Pflicht oder freiwillig?
Die Smart-Meter-Pflicht gilt für Haushalte mit einem Jahresverbrauch über 6.000 kWh, für Betreiber von Photovoltaikanlagen ab 7 kWp sowie für Besitzer steuerbarer Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen und Wallboxen. Wer unter diese Kriterien fällt, erhält im Rahmen des Smart-Meter-Rollouts bis 2030 ein intelligentes Messsystem. Alle anderen Haushalte können freiwillig wechseln.
Die gesetzliche Grundlage bildet das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG), das den stufenweisen Einbau seit 2017 regelt. Bei Pflichteinbau lässt sich der Einbau nicht verweigern, der Messstellenbetreiber kündigt den Termin schriftlich an. Mehr dazu auch hier: Kann ich den Smart-Meter-Einbau verweigern?
Gut zu wissen: Der durchschnittliche Haushalt in Deutschland verbraucht etwa 3.500 kWh pro Jahr. Die Schwelle von 6.000 kWh wird typischerweise bei größeren Haushalten, Häusern mit elektrischer Warmwasserbereitung oder beim Betrieb einer Wärmepumpe überschritten. Wer unsicher ist, findet den genauen Jahresverbrauch auf der letzten Stromrechnung.
Was kostet ein Smart-Meter-Gateway?
Die jährlichen Kosten für ein Smart Meter liegen bei Pflichteinbau zwischen 20 € und 50 €, bei freiwilligem Einbau bei rund 100 € pro Jahr. Diese Kosten sind gesetzlich durch das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) gedeckelt und werden als Messstellengebühr auf der Stromrechnung ausgewiesen.
Der Einbau selbst verursacht in der Regel keine zusätzlichen Kosten. Bei wettbewerblichen Messstellenbetreibern wie metrify ist die Installation kostenlos.
Wer baut das Smart-Meter-Gateway ein?
Der Messstellenbetreiber ist für den Einbau, den Betrieb und die Wartung des Smart-Meter-Gateways zuständig. Er ist auch der richtige Ansprechpartner bei Fragen, Problemen oder Defekten. Viele Hausbesitzer verwechseln den Messstellenbetreiber mit dem Netzbetreiber oder dem Stromanbieter, dabei handelt es sich um drei unterschiedliche Akteure mit klar getrennten Aufgaben.
Wie sicher ist ein Smart-Meter-Gateway?
Alle Smart-Meter-Gateways in Deutschland müssen vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert sein und erfüllen damit die höchsten Sicherheitsstandards für kritische Infrastruktur. Die Datenübertragung erfolgt verschlüsselt über ein integriertes Sicherheitsmodul, das vor unbefugtem Zugriff schützt.
Auf die Verbrauchsdaten haben nur gesetzlich berechtigte Stellen Zugriff:
- Messstellenbetreiber: Erhält die Messdaten zur Weiterleitung und für den technischen Betrieb
- Netzbetreiber: Nutzt aggregierte Daten für die Netzplanung und Stabilität
- Stromversorger: Erhält Verbrauchsdaten für die Abrechnung
Die Daten werden nicht an Dritte verkauft. Eine Weitergabe an Werbetreibende, Versicherungen oder andere Unternehmen ist gesetzlich verboten. Mehr dazu auch hier: Smart-Meter-Datenschutz
Wie Sie die Daten auf Ihrem Smart Meter sehen können, erklären wir hier: Wie wird ein Smart Meter abgelesen?
Gut zu wissen: Auch die Smart-Meter-Strahlung ist unbedenklich.
Fazit
Das Smart-Meter-Gateway ist weit mehr als ein digitaler Stromzähler. Es bildet die technische Grundlage für dynamische Stromtarife, ermöglicht detaillierte Verbrauchsanalysen und ist Voraussetzung für die reduzierten Netzentgelte nach § 14a EnWG.
Für Haushalte mit Photovoltaikanlage, Wärmepumpe oder Wallbox ist der Einbau ohnehin Pflicht. Alle anderen können freiwillig wechseln und sich so auf die Energiewelt von morgen vorbereiten.
Mit einem wettbewerblichen Messstellenbetreiber wie metrify gelingt der Umstieg unkompliziert, die Installation ist kostenlos und die jährlichen Kosten bleiben überschaubar. Hier können Sie ein Smart Meter anfragen:
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