Smart-Meter-Einbau verweigern: Geht das überhaupt?

Aktualisiert am:
05.02.2026
Lesezeit:
4 Minuten

Post vom Messstellenbetreiber im Briefkasten? Viele Hausbesitzer fragen sich dann: Muss ich den Einbau eines Smart Meters wirklich dulden? Die kurze Antwort: In den meisten Fällen ja. Dieser Artikel erklärt, wer unter die Pflicht fällt, welche Konsequenzen eine Verweigerung hat und warum aktives Handeln oft die bessere Wahl ist als Blockieren.

Kann ich den Smart-Meter-Einbau verweigern?

Der Smart-Meter-Einbau lässt sich bei gesetzlicher Einbaupflicht nicht verweigern. Das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) schreibt für bestimmte Haushalte den Einbau eines intelligenten Messsystems verbindlich vor:

  1. Haushalte mit einem Jahresverbrauch über 6.000 kWh
  2. Betreiber von Photovoltaikanlagen ab 7 kWp Leistung
  3. Nutzer steuerbarer Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen oder Wallboxen ab 4,2 kW

Ein Widerspruchsrecht besteht in diesen Fällen nicht.

Außerhalb der Pflichtgruppen sieht die Lage etwas anders aus. Hier entscheidet der Messstellenbetreiber, ob ein Smart Meter oder nur eine moderne Messeinrichtung (digitaler Zähler ohne Kommunikationsmodul) verbaut wird. Auch in diesem Fall gibt es kein direktes Verweigerungsrecht. Haushalte haben aber die Möglichkeit, den Messstellenbetreiber zu wechseln und so Einfluss auf den Prozess zu nehmen.

Kann ich den Einbautermin verschieben?

Ja, der Einbautermin lässt sich verschieben. Der Messstellenbetreiber kündigt den Termin mindestens drei Monate vorher an. Innerhalb dieser Frist kann ein Alternativtermin vereinbart werden. Wichtig ist, aktiv zu reagieren und nicht einfach zu ignorieren.

Was passiert mit meinem alten Stromzähler?

Der alte Zähler wird vom Messstellenbetreiber ausgebaut und fachgerecht entsorgt. Haushalte müssen sich darum nicht kümmern. Der Zählerstand wird vor dem Ausbau abgelesen und dokumentiert.

Welche Bedenken gibt es beim Smart-Meter-Einbau?

Hinter dem Wunsch, den Smart-Meter-Einbau zu verweigern, stecken meist konkrete Sorgen. Die häufigsten Bedenken betreffen Datenschutz, Kosten, technische Anforderungen und die Angst vor Kontrolle durch den Netzbetreiber. Die gute Nachricht: Diese Bedenken lassen sich mit Fakten entkräften.

Wer hat Zugriff auf meine Smart-Meter-Daten?

Auf die Daten eines Smart Meters haben nur gesetzlich berechtigte Stellen Zugriff. Das sind der Messstellenbetreiber, der Netzbetreiber und der Stromversorger. Unbefugte Dritte haben keinen Zugang. Mehr dazu auch hier: Smart-Meter-Datenschutz

Die Datenübertragung erfolgt verschlüsselt über das Smart-Meter-Gateway. Dieses Kommunikationsmodul muss vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert sein. Das deutsche Smart-Meter-System gilt weltweit als eines der sichersten.

Wichtig: Aus den 15-Minuten-Werten lassen sich keine Rückschlüsse auf einzelne Geräte oder das Verhalten von Haushaltsmitgliedern ziehen. Die Daten zeigen lediglich den Gesamtverbrauch pro Zeitintervall.

Wie Sie die Daten auf Ihrem Smart Meter sehen, erklären wir hier: Smart Meter auslesen

Gut zu wissen: Auch die Smart-Meter-Strahlung ist unbedenklich.

Was kostet ein Smart Meter pro Jahr?

Ein Smart Meter kostet die meisten privaten Haushalte zwischen 20 und 50 € pro Jahr. Diese Beträge sind gesetzlich durch das Messstellenbetriebsgesetz gedeckelt. Der Einbau selbst ist bei wettbewerblichen Messstellenbetreibern wie metrify kostenlos. Mehr dazu auch in diesem Artikel: Was kostet ein Smart Meter?

Gesetzliche Preisobergrenzen für intelligente Messsysteme
Stromverbrauch pro Jahr Stromerzeugung durch z. B. PV-Anlage Preisobergrenze pro Jahr
6.000 – 10.000 kWh bis zu 15 kW 40 €
10.000 – 20.000 kWh 50 €
20.000 – 50.000 kWh 15 – 25 kW 110 €
50.000 – 100.000 kWh 25 – 100 kW 140 €
Steuerbare Verbrauchseinrichtung wie z. B. Wärmepumpe bis zu 15 kW 50 €
Quelle: Messstellenbetriebsgesetz (MsbG)

Gut zu wissen: Diese Preisobergrenzen gelten nur für Haushalte, die der Smart-Meter-Pflicht unterliegen. Wer sich freiwillig einen Smart Meter einbauen lässt, zahlt bei den meisten Anbietern circa 100 € pro Jahr. Auch das lohnt sich langfristig meistens.

Wer trägt welche Kosten beim Smart-Meter-Einbau?
Kostenposten Wer zahlt? Typische Höhe
Smart Meter (Gerät) Messstellenbetreiber Im Messentgelt enthalten
Einbau/Installation Messstellenbetreiber Kostenlos bei metrify
Jährliches Messentgelt Haushalt 40–50 €
Zählerschrank-Umbau (falls nötig) Hauseigentümer 500–2.000 €

Passt mein Zählerscharnk für ein Smart Meter?

Ob der vorhandene Zählerschrank für ein Smart Meter geeignet ist, hängt von Baujahr, Platzangebot und technischem Zustand ab. In vielen Fällen passt das Smart Meter ohne Umbau. Bei älteren Zählerschränken kann jedoch eine Anpassung nötig sein.

Kann der Netzbetreiber über den Smart Meter meinen Strom abschalten?

Der Netzbetreiber kann über das Smart Meter keine Geräte im Haushalt steuern und auch nicht einfach den Strom abschalten. Das Smart-Meter-Gateway dient ausschließlich der Datenübertragung und Messung. Mehr dazu hier: Kann ein Smart Meter den Strom abschalten?

Wird meine Wärmepumpe oder Wallbox gedrosselt?

Wer eine Wärmepumpe oder Wallbox mit reduziertem Netzentgelt betreibt, stimmt zu, dass der Netzbetreiber die Leistung bei Netzengpässen im Stromnetz vorübergehend dimmen darf. Das bedeutet:

  • Die Wärmepumpe oder Wallbox läuft mit reduzierter Leistung weiter (mindestens 4,2 kW garantiert).
  • Eine vollständige Abschaltung ist nicht erlaubt.
  • Die Dimmung darf maximal 2 Stunden am Stück dauern.

Die Gegenleistung: Haushalte mit § 14a-Vereinbarung sparen dauerhaft bei den Netzentgelten. Die Ersparnis liegt je nach Region bei bis zu 190 € pro Jahr.

Welche Alternativen zur Verweigerung gibt es?

Statt den Smart-Meter-Einbau (und damit auch den Smart-Meter-Rollout) zu blockieren, lohnt sich ein aktiver Ansatz: der Wechsel zu einem wettbewerblichen Messstellenbetreiber. So behalten Haushalte die Kontrolle über den Prozess und profitieren oft von besserem Service, kürzeren Wartezeiten und zusätzlichen Funktionen wie Verbrauchsanalysen.

Als Deutschlands größter wettbewerblicher Messstellenbetreiber betreibt metrify bereits über 60.000 intelligente Messsysteme und 35.000 moderne Messeinrichtungen.

Hier können auch Sie ein Smart Meter von metrify anfragen:

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